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Wie sich die Sprache verändert hat

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26.08.2025

Wie sich die Sprache verändert hat

Wie sich die deutsche Sprache in den letzten 50 Jahren verändert hat

Sprachwandel ist wie ein gutes Rätselheft: Man erkennt Muster, probiert Lösungen, freut sich über Aha-Momente – und kaum ist ein Feld gelöst, wartet schon das nächste. Komm mit auf eine spielerische Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Deutsch!

Illustration: Zeitreise der deutschen Sprache mit Puzzleteilen, Chatblasen, Sudoku- und Kreuzworträtsel-Elementen
Illustration: Zeitreise der deutschen Sprache mit Puzzleteilen, Chatblasen, Sudoku- und Kreuzworträtsel-Elementen

Die 70er: Lässig, rebellisch und voller Aufbruch

Die 1970er waren geprägt von gesellschaftlichem Wandel: Studentenbewegung, Friedensdemonstrationen, Feminismus und eine Jugend, die eigene Identität suchte. Diese Aufbruchsstimmung spiegelte sich direkt in der Sprache wider. Viele Begriffe aus der Jugendsprache – „lässig“, „krass“ oder „geil“ – fanden ihren Weg in den Alltag. Auch englische Einflüsse aus Rock’n’Roll und Disco tauchten auf, blieben aber noch eher Nischenbegriffe. Sprache war in dieser Zeit oft ein Ausdruck von Rebellion: Wer sich vom Establishment abgrenzen wollte, sprach auch bewusst anders. Dialekte verloren in urbanen Zentren an Gewicht, dafür gewann eine saloppere Umgangssprache an Popularität.

Die 80er: Popkultur, Technik und „cool“

In den 1980ern hielt die Popkultur Einzug ins Wohnzimmer: Kassettenrekorder, Walkman und Videorekorder brachten nicht nur neue Freizeitgewohnheiten, sondern auch neue Wörter. „Cool“ etablierte sich endgültig im Deutschen, ebenso Begriffe wie „Hitparade“ oder „Charts“. Gleichzeitig wuchsen politische Diskussionen um Umweltschutz und Friedensbewegungen, die neue Vokabeln in den Wortschatz einführten. Werbung und Privatfernsehen prägten die Sprache mit eingängigen Slogans, die plötzlich alle kannten. Die Sprache der 80er wirkte insgesamt bunter und medienorientierter – ein Mix aus Jugendjargon, politischen Parolen und Werbesprüchen.

Die 90er: Wiedervereinigung, SMS-Kürzel und Denglisch

Die 1990er brachten die Wiedervereinigung – und damit den spannenden Kontakt zweier Sprachwelten. Wörter wie „Broiler“ aus dem Osten und „Hähnchen“ aus dem Westen trafen aufeinander, ebenso „Plaste“ und „Plastik“. Gleichzeitig veränderte die Technik das Sprechen: Die SMS mit ihrem 160-Zeichen-Limit führte zu neuen Kürzeln wie „hdl“ (hab dich lieb) oder „kA“ (keine Ahnung). Auch das sogenannte Denglisch nahm Fahrt auf – „downloaden“, „updaten“ und „einloggen“ hielten Einzug. Die Jugendkultur war durch Techno, Hip-Hop und Bravo Hits geprägt und entwickelte ihren eigenen Slang. Sprache wurde kürzer, internationaler und technischer.

Die 2000er: Internet, Emojis und Netzkultur

Mit dem Aufstieg des Internets kam ein völlig neuer Sprachstil: Chats, Foren und soziale Netzwerke brachten Kürzel wie „LOL“, „ROFL“ oder „BRB“ hervor. Parallel eroberten Emojis den Alltag und boten eine neue Möglichkeit, Gefühle auszudrücken. Blogs und später Podcasts etablierten sich, neue Anglizismen kamen in die Alltagssprache. Die Jugendsprache entwickelte eine eigene Dynamik, stark beeinflusst durch Gaming und Online-Communities. Die 2000er gelten daher als die Dekade, in der die Schriftlichkeit lockerer, verspielter und zugleich globaler wurde.

Heute: Vielfalt, Gendern und globale Einflüsse

Heute ist die deutsche Sprache vielfältiger denn je. Die Diskussion um gendergerechte Sprache prägt öffentliche Debatten, Begriffe wie „Student*innen“ oder „Bürger:innen“ sind Teil des Alltags. Gleichzeitig prägen Social Media und Streaming-Dienste den Wortschatz: Wir „liken“, „swipen“ oder „bingen“. Jugendsprache ist international durchmischt, Begriffe aus dem Englischen, Arabischen oder Türkischen wandern selbstverständlich in den Alltag. Auch Emojis und Memes sind fest im Sprachgebrauch verankert. Sprache heute ist schnell, kreativ, hybrid – und spiegelt eine Gesellschaft wider, die global, digital und vielfältig denkt.

Sprache im Wandel: Jede Dekade bringt neue Wörter, neue Ausdrucksweisen und neue Geschichten. Ein Puzzle, das niemals fertig wird.